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Erfolgreich als Freelance-Texter im B2B: 5 Profi-Tipps

Als Freelance-Texter*in richtig erfolgreich werden – ohne sich kaputtzuarbeiten?

1.000 Euro und mehr pro Tag verdienen, nur mit Blog-Artikeln? Die Kunden stehen Schlange, um mit dir zu arbeiten?

Ja, das ist alles möglich. Und dafür musst du nicht mal mein sündhaft teures Coaching-Programm buchen – ich biete nämlich gar keines an!

In diesem Artikel teile ich meine Erkenntnisse aus über 15 Jahren mit dir: so lange war und bin ich als freier B2B-Texter aktiv. Zusätzlich berate und coache ich Unternehmen und Marketingabteilungen beim Content-Marketing; und ich arbeite international mit anderen Freelance-Textern zusammen.

Was macht herausragende Freelance-Texter*innen aus?

Was unterscheidet erfolgreiche Texter*innen von den vielen, die in der Masse mitschwimmen und sich mit den anderen um mittelmäßig bis schlecht bezahlte Aufträge schlagen? Die sich mit Pro-Wort-Jobs über Wasser halten und froh sind, wenn am Monatsende etwas Geld übrigbleibt?

Es ist vor allem die Positionierung. Das hast du wahrscheinlich schon oft gehört. Aber was ist das genau? Und wie erreichst du als Freelance-Texter*in eine Positionierung, die dich von anderen abhebt und mit der du die besten Kunden bekommst?

Kurz gesagt – ohne wissenschaftlichen Anspruch: Deine Positionierung ist, wie deine (potenziellen) Kunden dich wahrnehmen.

Mögliche Positionierungen oder Wahrnehmungen:

  • Spezialist für bestimmte Themen oder Branchen
  • Spezialist für bestimmte Textsorten – oder Allrounder
  • reiner Texter, oder auch Konzeptioner und Berater
  • auf kleinere oder große Unternehmen ausgerichtet
  • niedrige oder hohe Preise
  • Standard-Pakete oder individuelle Leistungen
  • eher sachlich-technisch oder locker-flockig im Stil
  • und so weiter…

Diese Wahrnehmung besteht aus vielen kleinen Bausteinen – schwer aufzubauen und leicht zu zerstören. Entscheidend ist nicht, was du dir im stillen Kämmerlein ausdenkst, sondern was beim Kunden ankommt.

Im Rückblick habe ich 5 Bereiche ausgemacht, an denen du arbeiten musst, um eine herausragende Positionierung als Texter*in zu erreichen. Diese Bereiche haben Hebelwirkung. Das heißt, schon kleine Veränderungen können große Wirkung haben und dich weit voranbringen.

Hinweis: Ich habe nur für B2B-Unternehmen geschrieben und meine Erfahrungen beziehen sich darauf. Der Markt für B2C-Texte tickt etwas anders, der Wettbewerb ist größer – trotzdem kannst du meine Tipps im Grundsatz genauso darauf anwenden.

Neue Positionierung: 6-faches Honorar für die gleiche Arbeit

1.000 Euro pro Tag und mehr verdienen – als „normaler“ Texter? Das kann ja jeder behaupten!

Guter Einwand. Deshalb ein kleiner Beweis vorab, dass du meine Tipps wirklich ernst nehmen kannst.

Schau mal hier: Ende 2017 habe ich einen Blog-Artikel mit circa 1.300 Wörter für 150 Euro verkauft. Das war die Rechnung:

Text-Rechnung 150 Euro

Nur etwas mehr als ein Jahr später, berechnete ich für einen genauso langen Text stolze 850 Euro – fast das 6-fache! Noch mal die Rechnung als Beweis:

Text-Rechnung 850 Euro

Wohlgemerkt sind das „nur“ Blog-Artikel für mittelständische Unternehmen – ich entwickle keine genialen Claims für Weltkonzerne oder irgendwelche Spezialsachen. Ich schreibe einfach ausgezeichnete Texte. Für einen Blog-Artikel brauche ich nur etwa 4-6 Stunden – dank intensivem Training.

Im Ergebnis unterschieden sich die beiden Texte objektiv nicht großartig – beide Kunden waren 100 % zufrieden. Der große Hebel für den Honorar-Sprung lag in mir selbst, in meiner Arbeitsweise und meiner Positionierung.

Genug der Vorrede. Bist du bereit? Welche 5 Bereiche machen dich als Freelance-Texter*in erfolgreich?

1. Spezialisiere dich auf die richtige Zielgruppe

Alles beginnt damit, die richtige Zielgruppe auszuwählen, für die du schreiben möchtest: für welche Branche und welche Art und Größe von Unternehmen.

Du musst eine Zielgruppe wählen, die hohen Bedarf an Texten hat, die den Wert großartiger Inhalte kennt und bereit ist, in Inhalte zu investieren.

IT-Beratungsunternehmen zum Beispiel rechnen für erfahrene Consultants 1.500 bis 2.000 Euro pro Tag ab. Projekte gehen teils über Monate und bringen hunderttausende oder Millionen Euro an Umsatz. Was denkst du, ist für solche Unternehmen wichtiger: Dass sie beim Content ein paar hundert Euro sparen – oder dass der Content wirklich spitze ist und bei ihren Zielgruppen gut ankommt?

Sprichst du die falsche Branche und Zielgruppe an, kannst du dich noch so anstrengen: Du wirst bei deinen Preisen schnell an Grenzen stoßen.

Hast du dich auf eine Zielgruppe spezialisiert, musst du sie in- und auswendig kennenlernen, damit du dich in sie hineinversetzen und ihr genau das liefern kannst, was sie braucht und erwartet.

Du musst auf Augenhöhe mit ihr kommunizieren können, damit sie dich ernst nimmt.

Tipp

Suche dir Unternehmen als Kunden, die selbst hohe Gehälter zahlen und die pro Kunde hohe Umsätze machen, zum Beispiel Unternehmensberatungen oder Maschinenbauer.

2. Werde Experte für die richtigen Themen

Unternehmen haben keine Probleme, Texter*innen zu finden, die elegant schreiben können.

Sie haben Probleme, Texter*innen zu finden, die ihre Themen wirklich verstehen und einfach erklären können; die über scheinbar langweilige und komplizierte Themen spannenden Geschichten erzählen können.

Stell dir vor, du wirst zu einem Experten für solch ein Thema – und kannst Inhalte produzieren, die selbst für Fachleute mit viel Erfahrung nützlich sind!

Aus meiner Erfahrung heraus bieten anspruchsvolle B2B-Themen das beste Potenzial, um dich von anderen Textern abzuheben und hohe Honorare zu verdienen.

Um in Technologie-Themen wirklich den Durchblick zu bekommen, musst du dich länger damit beschäftigen, Monate oder Jahre. Du musst mit Leuten in der Branche reden, lesen, Veranstaltungen besuchen.

Dazu musst du erst mal die Lust haben – und den Aufwand bezahlt dir niemand. Die meisten Texter*innen lieben die Abwechslung und wollen sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen.

Hast du also die Lust und Ausdauer, um dich in komplizierte Themen einzuarbeiten, gewinnst du ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Regelmäßig sagen mir Interessenten, wie schwer es wäre, in meinem Themengebiet gute Texter*innen zu finden – und wie froh sie seien, dass sie mich gefunden hätten. Ich bekomme mindestens eine Anfrage pro Woche, automatisch.

Glaubst du, diese Interessenten verhandeln über meine Preise?

Deine Kunden werden dich für dein Know-how bezahlen und nicht mehr für Buchstaben und Wörter!

Hier erkläre ich dir, wie du als Texter*in deinen maximalen Stundensatz ermitteln kannst.

Tipp

Spezialisiere dich auf Themen, die nur wenige (andere Texter*innen) richtig verstehen. Meine Empfehlung: Technologie-Themen oder andere kompliziertere B2B-Themen.

3. Produziere Texte zielgerichtet und effizient

Trotzdem musst du gut geschriebene und strukturierte Texte abliefern, mit korrekter Grammatik und Rechtschreibung.

Gute Texte zu schreiben hat jedoch wenig damit zu tun, was du im Deutschunterricht, im Texter-Kurs oder im Journalismus-Studium gelernt hast.

Texte für Online-Marketing und Content-Marketing folgen eigenen Gesetzen: Je nachdem, welches Ziel deine Kunden mit einem Text verfolgen, musst du einen perfekt darauf zugeschnittenen Text liefern.

Du musst Content-Marketing insgesamt verstehen, welche Funktionen deine Texte haben und wie du sie für ihr jeweiliges Ziel optimierst.

Du musst die Anforderungen an unterschiedliche Textarten kennen, wie Blog- und Social-Media-Posts, E-Mail-Kamapagnen oder Whitepaper. Du musst in der Lage sein, die „Stimme“ deines Kunden nachzuahmen und in der Sprache seiner Zielgruppen zu schreiben.

Du musst dir einen strukturierten Prozess aufbauen, wie du Texte von der Idee, über die Recherche bis hin zu SEO und der finalen Überarbeitung effizient produzierst.

Je schneller und besser du wirst, desto mehr kannst du pro Tag verdienen. (Sofern du Pauschalpreise für deine Texte verlangst.)

Lies meine 19 Profi-Tipps, wie du großartige B2B-Texte schreibst.

Tipp

Lerne und trainiere, wie du Texte für die jeweiligen Kanäle optimierst und wie du sie in möglichst wenig Zeit produzieren kannst.

4. Vermarkte dich wie ein Profi

Den echten Wert eines Textes kann man unmöglich bestimmen.

Wovon hängt es letztendlich ab, wie viel oder wenig dein Kunde bereit ist, für deine Texte zu bezahlen?

Letztendlich entscheidet das Gefühl des Kunden, wie viel ihm du und deine Arbeit wert sind.

Hält dich dein Kunde für einen gefragten Experten, der gut gebucht ist – oder für einen Hobby-Texter, der über jeden Auftrag froh ist? Wirkst du wie ein Vollprofi oder wie ein unsicherer Anfänger?

Dein gesamter Auftritt, deine Marketing- und Akquise-Maßnahmen, alles, was du sagst und tust, muss ausstrahlen: Ich bin selbstbewusst, ich bin Profi, ich kenne meinen Wert – ich bin der, den du brauchst!

Oft sind es Kleinigkeiten, durch die du deinen Wert und deine Preise deutlich steigern kannst. Du musst nur die richtigen Hebel kennen!

Tipp

Finde heraus, worauf deine Zielgruppe bei der Auswahl von Textern wert legt. Optimiere jedes Details deines Auftritts, deines Marketings und Vertriebs.

5. Entwickle dich permanent weiter

Aus meiner Erfahrung steht vielen Textern eine gewisse Einstellung im Weg:

Sie schreiben gerne. Sie lieben Geschichten und Wortspiele. Sie sehen Texten als kreative Tätigkeit, in der sie sich verwirklichen können und wollen ihr Hobby zum Beruf machen. Sie halten sich für vielseitig interessiert und wollen sich deshalb nicht auf ein Thema spezialisieren.

Wenn sie einen Schwerpunkt wählen, entscheiden sie sich für ein Thema, das sie persönlich mögen und das ihnen Spaß macht: Karriere, Persönlichkeit, Nachhaltigkeit, Mode, Essen, Reisen, usw. Konkurrenz und Preisdruck sind in diesen Bereichen jedoch hoch.

Wenn du so denkst: Das ist völlig in Ordnung! Wenn du zufrieden bist, dass du dein Hobby ausüben kannst und dafür noch Geld erhältst: Genieße das. Wirklich.

Aber du wirst dich so kaum von der Masse der Texter*innen abheben können, dir eine Positionierung als Experte erarbeiten und hohe Preise verlangen können.

Wenn du Profi-Texter*in werden und hohe Ziele erreichen willst, musst du deine Vorlieben hintenan stellen und bereit sein, das zu liefern, was der Markt verlangt.

Wenn bisher nicht funktioniert hat, was du tust und wie du es tust, musst du bereit sein, das radikal zu ändern.

Du musst bereit sein, dich laufend weiterzuentwickeln und dich anzupassen, wenn sich der Markt verändert.

Natürlich muss dir Spaß machen, was du tust. Aber glaube mir: Wenn du erst mal jeden Monat Rechnungen über tausende Euro schreibst, kommt der Spaß fast von allein.

Und du kannst weiterhin als Hobby schreiben oder dir ein anderes Herzensprojekt suchen: Zeit dafür hast du dann!

Tipp

Richte dich nicht in deiner Komfortzone ein und gib dich mit „ganz okay“ zufrieden. Optimiere deine Arbeitsweise und deine Angebote laufend, in kleinen Schritten.

Leg los!

Nur 5 Dinge tun – und deine Karriere als Freelance-Texter*in geht ab durch die Decke?

Hinter jedem dieser einzelnen Punkte steckt eine Menge Kampf und Krampf – und viele unbezahlte Stunden, die du in deine eigene Weiterentwicklung und den Aufbau deines Texter-Business steckst. Ein Selbstläufer ist das nicht. Und du musst dich eventuell von einigen romantischen Vorstellungen über den Job von freien Texter*innen verabschieden.

Aber es lohnt sich wirklich. Du wirst nicht nur viel selbstbewusster und zufriedener werden und mehr Spaß am Texten haben. Deine Positionierung als Experte wird sich in hohen Preisen und einem komfortablen Kontostand widerspiegeln.

Und du hast es viel einfacher als ich: Ich habe Jahre gebraucht, um dieser Erfolgsfaktoren als Freelance-Texter*in herauszufinden. Du weißt sie jetzt schon.

Vernetze dich gerne auf LinkedIn mit mir – ich poste dort regelmäßig gute Tipps und Erfahrungen aus meiner Karriere.

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