18 Lerntipps für Schüler und Studenten: So lernst du am effektivsten

Die nächste Klausur steht morgen an und du bist mal wieder weit davon entfernt den Lernstoff zu beherrschen. Da hilft nur noch durchmachen, lernen, was das Zeug hält und hoffen, dass der Lehrer nicht zu schwere Fragen stellt.

Dass das nicht die ideale Lösung sein kann, ist dir wohl klar. Dabei kannst du dich schon mit ein bisschen Struktur, Planung und Regeln effizient auf kommende Prüfungen vorbereiten. 

Im folgenden Artikel stelle ich dir 18 super praktische Lerntipps für einen erfolgreichen Lernprozess vor:

Definiere deine Ziele und finde deine Motivation

Bevor du dich mit dem Lernen an sich auseinandersetzt, solltest du dir überlegen, wofür du genau lernst und wie viel Zeit du dafür investieren willst oder kannst. 

Die folgenden Aspekte helfen dir dabei, deine Motivation zu finden und Ziele festzulegen.

1. Du lernst für dein späteres Ich

Der Grund, warum du überhaupt lernst, basiert auf der gesellschaftlichen Entscheidung, dass gute Noten ausschlaggebend für deinen späteren Erfolg sein werden. Ob du das gut und richtig findest oder nicht, ist egal. Willst du später ein bestimmtes Ziel erreichen, solltest du dir bewusst sein, welche Noten du zum Erreichen dieses Ziels brauchst.

2. Erkenne die wahren Gründe des Lernens

Stell dir vor, du sitzt seit mehreren Jahren im Matheunterricht und fragst dich jedes Mal, warum Ihr Abc-Gleichungen löst oder Schnittpunkte von zwei Geraden berechnen müsst? 

Lerne zu verstehen, dass es nicht darum geht, nur stumpfe Zahlen auszurechnen – sondern darum, Lösungen für Probleme zu entwickeln. Die Strukturen, die du in der Mathematik lernst, sind im späteren Alltag überall anwendbar.

Alles, was wir machen, hat den Zweck, Probleme zu lösen – und der Mathematikunterricht bereitet dich genau auf solche Situationen vor. Du siehst: Es ist mehr als nur das reine Lernen gefragt. Deine Anstrengung zeigt auch, wie viel Disziplin du hast.

Arbeite sauber und strukturiert 

Lernen ist immer ein Prozess. Diesen solltest du strukturieren und währenddessen sauber arbeiten. So geht das am besten:

3. Erstelle einen Lernplan

Nachdem du für dich herausgefunden hast, warum du lernen solltest, stellt sich die entscheidende Frage, wie du vorgehst. 

Um dir einen Überblick über den benötigten Lernaufwand zu verschaffen, ergibt es Sinn, einen Lernplan zu erstellen. Das kannst du beispielsweise mit einer Mindmap, die alle zu lernenden Themengebiete und deren Inhalte auflistet. Alternativ kannst du digitale Checklisten wie OneNote oder Notion verwenden, um deinen Lernprozess verfolgen zu können.

Der Lehrplan hilft dir dabei, den Stoff gut einzuteilen. Somit behältst du den Überblick über das gesamte Lernmaterial. Du kannst bereits gelernte Inhalte abhaken und markieren. Dadurch vergisst du keine Themengebiete für die Prüfung.

In deinen Lehrplan solltest du zeitliche Puffer einbauen. So hast du auch, wenn etwas dazwischenkommt, genügend Zeit deinen Stoff zu lernen.

4. Wiederholungsphasen einbauen

Wenn du alles richtig machst und deinen Lernplan so gestaltest, wie oben erwähnt, hast du genug Zeit für die Wiederholung des Stoffes.

Gerade bei längeren und umfangreicheren Lerninhalten, wie der Abiturvorbereitung, kann es vorkommen, dass du auswendig gelernte Inhalte bereits nach wenigen Tagen wieder vergisst. Deswegen solltest du dir die Zeit nehmen, Inhalte regelmäßig aufzufrischen, damit du am Tag der Prüfung das Wissen schneller abrufen kannst.

Themen wiederholen – so kannst du dir deinen Lernstoff länger merken

5. Setze Prioritäten

Das ist einer der wichtigsten Lerntipps, wenn du nur wenig Zeit hast.

Du solltest dich beim Lernen nicht verzetteln. Gerade bei komplexeren Themen kannst du schnell mal den Überblick verlieren.

Das kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel, dass du dir keine Prioritäten gesetzt hast. Das ist hinderlich, weil du dich womöglich an weniger relevanten Stoffen aufhältst und vielleicht sogar direkt daran scheiterst. 

Deshalb solltest du immer zuerst Grundsätze und Zusammenhänge verstehen. Eventuell bedeutet, dass auch das Risiko einzugehen, Details nicht zu kennen. Das ist aber nicht so schlimm. Wenn vor der Prüfung immer noch Zeit ist, kannst du dich mit den Details noch genauer auseinandersetzen.

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So teilst du dir deine Zeit effektiv ein

Lerne richtig

Im letzten Kapitel haben wir die Grundlagen geschaffen. Jetzt geht es ans Lernen. So funktioniert es am effektivsten:

6. Mache ausreichend Pausen

Die Aufmerksamkeitsspanne bei erwachsenen Menschen liegt unter 30 Minuten. Das bedeutet, dass du nach dieser Zeit an Konzentration verlierst. Dann solltest du eine Pause machen. 

Nutze das Prinzip der Salamischeibentaktik und mache alles in kleinen Schritten. Lerne 30 Minuten einen Teil deines Stoffes, mache eine Pause und beginn von vorn.

7. Nutze alle Sinne

In Zeiten des Internets können wir Informationen in unterschiedliche Medien suchen, beispielsweise Wikipedia, Podcasts, YouTube, Blinkist, Mediatheken und Twitter. 

Wenn du ein wenig recherchierst, findest du dort sehr hochwertige und nützliche Inhalte. Ein weiterer Vorteil: Wenn du unterschiedlichen Medien nutzt, hast du mehr Spaß und Abwechslung beim Lernen und erhöhst so deine Aufmerksamkeitsspanne.

8. Erstelle dir einen Lernzettel

Ich empfehle dir Zeit in einen guten Merkzettel zu investieren. So hast du eine bessere Übersicht über deine Lernmaterialien und mehr Spaß beim Lernen. Gliedere deine Themen sauber, verwende Farben, hebe wichtige Sachen hervor, mache Skizzen zur Vereinfachung.

Du kannst auch simple Diagramme, Mindmaps oder Statistiken einbauen. Merke dir: Schreibe statt zu tippen. Durch das Schreiben kannst du Denkprozessen freien Lauf geben und bei Korrekturen leichter Anpassungen machen, oder neue Punkte hinzufügen.

So könnte dein Lernzettel aussehen

9. Sei geduldig

Du verstehst etwas auch beim dritten Anlauf nicht? Dann ärgere dich nicht darüber, denn das kostet dich nur unnötige Zeit und Motivation. Viel wichtiger noch: Es bringt dich beim Lernen nicht weiter. 

Am besten machst du einen Moment Pause oder beschäftigst dich mit einem anderen Thema. Wenn du dann immer noch nicht weiter kommst, kannst du nochmals auf YouTube nach Videos schauen, eine Suche auf Google machen oder deine Freunde oder deinen Lehrer fragen. 

10. Mische deine Lernfächer

Ein häufiger Grund, warum vielen beim Lernen langweilig wird, ist Eintönigkeit. Wenn du jeden Tag für acht Stunden dasselbe Fach oder Thema lernst, verlierst du schnell die Lust. Verteile stattdessen den Stoff auf unterschiedliche Themen und mische die Lernfächer durcheinander.

Lernstoff mischen – so geht es!

Beispiel:

Du schreibst eine Mathearbeit und musst Ableitungen üben? Anstatt das ganze Thema an einem Tag zu lernen, verteile den Stoff lieber in kleine Portionen auf mehrere Tage. Nach zwei Stunden Mathematik, kannst du dann Englisch lernen, und hast so mehr Abwechslung. Ein weiterer Vorteil von diesem Vorgehen ist der Wiederholungseffekt. Da du die Themen nach ein paar Tagen wieder lernst, kannst du dir alles leichter im Kopf behalten.

11. Finde mehr über deine Leistungsform heraus

Jeder Mensch hat eine andere Leistungskurve. Manche sind früh morgens, andere spät abends in Höchstform. Überprüfe deshalb zu verschiedenen Tageszeiten, wann du am besten lernen kannst und passe deinen restlichen Tagesablauf darauf an. 

Falls du merkst, dass du mehr Zeit zum Lernen brauchst, als du hast, baue eine zusätzliche Lerneinheit im Laufe des Tages ein. Überfordere dich aber nicht. Wenn du einfach zu viel Lernstoff hast, dann nutze die Tipps aus dem Kapitel “Setze Prioritäten”.

Lerne in der passenden Umgebung

So schaffst du dir den passenden Arbeitsplatz zum Lernen. Diesen Lerntipp solltest du als Schüler oder im Studium nicht unterschätzen.

12. Halte deinen Lernplatz sauber

Räume deinen Schreibtisch auf und habe nur die Sachen parat, die du zum Lernen brauchst. Sorge dafür, dass dein Stuhl bequem ist und du eine gesunde Sitzposition hast. So kannst du dich auf deine Lernmaterialien fokussieren und wirst nicht von anderen Dingen abgelenkt.

13. Wechsle deinen Arbeitsplatz

Ich rate dir davon ab, den ganzen Tag am selben Ort zu lernen. Stattdessen solltest du mal am eigenen Schreibtisch lernen, deinen Lernstoff im Badezimmer wiederholen oder im Garten die neuen Kapitel aus deinem Lernbuch lesen. Wenn du unterschiedliche Locations nutzt, wird dir beim Lernen nicht so schnell langweilig! 

14. Lass dich nicht ablenken

Dass du während dem Lernen nicht in den sozialen Netzwerken surfen solltest, ist dir wohl klar. Aber auch andere Störfaktoren wie Musik, Geschrei von Nachbarn oder die Heckenschere vom Gärtner können stark ablenken.

Versuche deshalb, eine wirklich ruhige Lernumgebung zu schaffen. Halte deine Fenster, wenn möglich, geschlossen und öffne sie nur beim Lüften. Außerdem kann ich dir empfehlen Kopfhörer mit Noise-Cancelling Funktion zu nutzen.

Halte deinen Körper fit

Das ist nicht nur ein Lerntipp, sondern allgemein hilfreich, wenn du eine gute Leistung abrufen willst.

15. Trinke ausreichend Wasser

Wasser ist das A und O für einen produktiven Lerntag. Viele Schüler*innen und Student’innen trinken zu wenig. Du solltest mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu dir nehmen. Deswegen empfehle ich dir, eine große Flasche Wasser an den Schreibtisch mitzunehmen. Dann musst du nicht immer aufstehen und wirst daran erinnert regelmäßig zu trinken.

Du solltest wirklich Wasser trinken und auf Limonade, Energy-Drinks oder andere zuckerhaltigen Getränke verzichten. Diese sind nicht nur ungesund, sondern haben auch kaum einen leistungssteigernden Effekt. Wenn dir Wasser auf Dauer zu langweilig ist, empfehle ich dir ein wenig Zitrone in deine Flasche zu pressen. Das verbessert den Geschmack und ist gesund.

16. Schlafe genug

Schlafmangel ist einer der größten Fehler, den du bei der Lernvorbereitung machen kannst. Startest du übermüdet in den Tag, bist du unaufmerksam, leicht abgelenkt und hast starke Schwierigkeiten neue Inhalte aufzunehmen. 

Verschwende deine Zeit abends nicht mit Netflix oder YouTube, sondern gehe einfach früher schlafen und stelle dir einen Wecker für den nächsten Tag. So kommst du schneller aus dem Bett und bist direkt wach.

17. Frühstücke gut

Was sagt der Werbespruch einer bekannten Brotaufstrichmarke? Der Morgen macht den Tag! Wenn dein Körper gute Leistung abrufen soll, solltest du ihm über den Tag hinweg genügend Energie zuführen. Das machst du am besten mit einem gesunden und umfangreichen Frühstück. 

18. Mache Sport

Sport ist der beste Weg, seine Gedanken zu sortieren und einfach mal abschalten zu können. Versuche deshalb, gerade an lernintensiven Tagen Zeit für mindestens 30 bis 60 Minuten Sport einzuplanen. 

Du magst denken, dass du durch den Sport zu viel Zeit verlierst. Das Gegenteil ist der Fall. Da du nach dem Sport deutlich klarer im Kopf bist, bist du motivierter und fitter für neue Lerninhalte.

Was du jetzt machen solltest?

Anfangen! Packe am besten direkt deine Lernmaterialien aus dem Rucksack, nimm ein Blatt zur Hand und setze meine Tipps um. Wenn du einmal angefangen hast, findest du leichter die Motivation weiterzumachen. Also los! Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Lernen mit meinen Tipps.

Wenn du wissen willst, wie du dich auf eine mündliche Prüfung vorbereiten solltest, dann schaue hier vorbei.

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