Kinder unterrichten: 8 Tipps für die Schule (und für Zuhause)

Ob du Mutter, Vater oder eine professionelle Lehrkraft bist:

Kinder zu unterrichten ist zumindest eine Herausforderung; erst recht, wenn du vor einer ganzen Klasse wissbegieriger, aber schwer zu bändigender Racker stehst.

Wie schaffst du es, mit jüngeren Schülerinnen und Schülern eine Verbindung aufzubauen, sie zu begeistern und ihnen zu helfen, doe ganze Stunde über aufmerksam deinem Unterricht zu folgen?

In diesem Artikel bekommst du 8 wertvolle Tipps, wie du Kinder besser unterrichten kannst – zu Hause oder in der Schule.

1. Begib dich auf ihr Level


Stell dir vor: wie würdest du dich fühlen, wenn du in einem Zimmer mit einem Riesen bist, der doppelt so groß ist wie du? Ich könnte mir vorstellen, dass du dich nicht wohlfühlen würdest, oder? Für deine Schülerinnen und Schüler ist das nicht anders.

Du musst dir überlegen, wie du mit ihren Augen aussiehst; besonders wenn sie dich zum ersten Mal sehen.

Was kannst du tun?

Gehe in die Hocke oder setze dich auf einen Stuhl oder Hocker. Manchmal, wenn es sein muss, kannst du dich sogar auf den Boden setzen. Alles, was deine Körpergröße verringert, kann helfen.

Du bist nicht länger ein Furcht einflößender Riese, sondern ein Freund, der die Stunde leitet. Außerdem bist du eher auf Augenhöhe der Kinder. Dadurch könnt ihr leichter eine Verbindung aufbauen.

2. Sei unterhaltsam und beschäftige sie

Weißt du noch, wie sehr du dich auf Ausflüge gefreut hast, als du jünger warst? Wanderungen, oder einfach irgendwo draußen zusammen spielen?

Heute sind Kindern nicht anders. Niemand erinnert sich an eine Schulstunde im Klassenzimmer oder ans Lernen zu Hause am Küchentisch. Ausflüge oder außergewöhnliche Aktivitäten dagegen können Erinnerungen sein, die die Kinder für den Rest ihres Lebens behalten.

Kinder sind fantasievoll, kreativ und brutal ehrlich – sie sind eine unerschöpfliche Quelle der Unterhaltung und Energie. Sie lieben Spiele, Lieder und Tänze, und seien wir mal ehrlich: Sind wir als Erwachsene da anders? Ich glaube nicht. (Wir tun nur immer so ernst.)

Der große Unterschied besteht darin, dass du dafür bezahlt wirst, mit einigen der coolsten Menschen der Welt Spaß zu haben!

3. Fördere ihren Fortschritt

Kinder saugen Informationen auf wie ein Schwamm und lernen ungeheuer schnell. Das Schöne daran Kinder, zu unterrichten, ist, dass man wirkliche Fortschritte sieht – fast täglich.

Sie sehen das Lernen nicht als Ziel oder Pflicht an, sondern lieben die Schule und sind neugierig – solange man ihnen diesen Spaß nicht verdirbt.

Als Lehrerin oder Lehrer, aber auch als Mutter oder Vater kannst du beobachten, wie die Kinder mit der Zeit persönlich und intellektuell wachsen. Doch theoretisches Wissen ist nicht alles.

Zeige ihnen Wege auf, wie sie das im Klassenzimmer Gelernte im realen Leben anwenden können. Gib ihnen Herausforderungen, an denen sie weiter wachsen können.

4. Verwende TPR

TPR (Total Physical Response) ist eine Lehrmethode, bei der aktiv Körpersprache, Gestik und Mimik eingesetzt werden. Sie wird vor allem im Fremdsprachenunterricht verwendet – das Konzept eignet sich vom Gedanken her jedoch auch für andere Fächer.

Wie kann TPR aussehen?

Wenn du ihnen zum Beispiel das Wort „springen“ beibringst, sollen die Kinder genau das tun: springen! Oder wenn du ihnen sagst, sie sollen genau zuhören, dann lege deine Hand hinter dein Ohr und lass alle dasselbe tun.

Bewegungen können das Gesagte verstärken und helfen dabei, sich Wissen besser einzuprägen. Es hat sich gezeigt, dass diese Methode bei jüngeren Kindern sehr effektiv ist – und das Beste ist, dass sie wirklich Spaß macht.

Kinder haben von Natur aus viel Energie und fühlen sich oft gelangweilt, wenn sie zu lange still an einem Ort sitzen müssen. Warum diese Energie unterdrücken, wenn du stattdessen mit ihr arbeiten kannst?

Bringe sie dazu, sich zu bewegen und mit Aktionen zu lernen. Du wirst als die lustige Lehrerin oder der lustige Lehrer bekannt sein, bei der oder dem sie es kaum die nächste Unterrichtsstunde abwarten können.

5. Lass dir immer wieder neue Aktivitäten einfallen

Junge Lernende reagieren auf eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten und Reize. Je kreativer eine Aktivität ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder sie mögen.

Aus einem Buch vorzulesen oder Arbeitsblätter auszufüllen: das muss zwar auch sein. Aber wenn jeden Tag der ganze Unterricht daraus besteht: würden wir das nicht selbst langweilig finden?

Verwende im Unterricht eine Vielzahl von Ansätzen und probiere immer wieder etwas Neues aus.

Da kannst praktische Aktivitäten nutzen, wie basteln oder malen. Du kannst Dinge ins Klassenzimmer mitbringen, über die ihr sprecht. Oder ihr verbindet den Unterricht mit sportlichen Aktivitäten: du kannst etwa einen Wettlauf veranstalten und an verschiedenen Stationen müssen die Kinder Aufgaben lösen.

Manchmal reicht es schon, ein witziges YouTube-Video zusammen anzusehen. Die Hauptsache ist, es ist nicht alltäglich und weckt das Interesse der Kinder.

6. Sei geduldig, aber bestimmt

Keine Schülerin und kein Schüler sind gleich, und das kann zu herausfordernden Situationen führen. Nicht alle mögen alle Fächer gleich: Was die eine begeistert, langweilt die andere. An manchen Tagen sind Kinder unmotiviert und faul, übermütig oder frech im Klassenzimmer.

Als Lehrkraft, die mit Kindern arbeitet, musst du einerseits anpassungsfähig und geduldig sein. Doch gleichzeitig musst du bestimmt und konsequent auftreten. Es ist deine Aufgabe, dass der geplante Stoff in der vorhandenen Zeit behandelt wird.

7. Stimmliche Dynamik nutzen

Hast du schon einmal ein kleines Kind gesehen, das sich begeistert die Nachrichten ansieht? Eher nicht, oder?

Normalerweise bevorzugen sie Zeichentrickfilme. Was ist daran anders (außer den bunten Farben)?

Die Stimmen!

Schau dir einen Zeichentrickfilm für Kinder an und höre einfach auf die Stimmen. Sie sind nie eintönig, flach oder langweilig.

Sie sind dynamisch (wechseln zwischen laut und leise), haben eine große Bandbreite an Stimmlagen (von tief bis hoch), und variieren das Tempo (manchmal sprechen sie schnell, manchmal langsam).

Warum?

Weil es interessant ist! Das ist es, was Kinder fesselt und sie unterhält.

Die gleiche Taktik können wir auch bei unserer eigenen Sprache anwenden. Experimentiere mit verschiedenen Lauten und beobachte, welche Ergebnisse du erzielst. Hab auch keine Angst davor, albern zu klingen.

Was ist peinlicher?

Wenn du eine Klasse gelangweilter Kinder in den Schlaf wiegst, weil du eintönig vor dich hinredest? Oder… ein Raum voller aufgeregter, glücklicher Kinder, die auf jeden deiner verrückten Sprüche und Geräusche anspringen?

Ganz genau!

8. Belohne deine Schülerinnen und Schüler

Wie bereist gesagt: Auch wenn du dir große Mühe gibst, wird das Lernen für die Kinder nicht immer ein Riesenspaß sein. Wie kannst du sie in schwierigen Phasen trotzdem motivieren, weiterzumachen?

Kinder müssen lernen, dass es sich auszahlt, länger an einer Sache dranzubleiben, auf die sie nicht immer Lust haben.

Du kannst ihnen dabei helfen und kleine Erfolgserlebnisse schaffen: etwa indem du Aufkleber, kleine Spielzeuge, Obst oder andere kleine Preise verteilst. Als Belohnung könntest du den Kindern auch erlauben, die nächste Unterrichtsstunde selbst zu gestalten oder sich einen Ort draußen dafür auszusuchen.

Richtiges Verhalten zu lehren ist in dieser Phase genauso wichtig wie der Lernstoff – vernachlässige diesen Teil also nicht.

Was macht eine gute Lehrkraft für Kinder aus?

Kinder zu unterrichten wird dir leichter fallen, wenn du eine Menge Energie hast, neugierig bist und kreative Aufgaben magst, Geduld hast und auch unter Stress ruhig bleibst.

Wenn das nach deinem Persönlichkeitsprofil klingt, fantastisch! Aber du kannst diese Dinge auch trainieren und entwickeln. Am wichtigsten ist, dass du Kinder liebst und es dir Freude macht, sie auf ihrem Weg zu begleiten.

Hier findest du weitere Tipps speziell für den Grammatikunterricht.

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