Erwachsene unterrichten: Vorzüge und Herausforderungen

Vielleicht unterrichten Sie bereits seit einigen Jahren Kinder und möchten nun lieber in die Erwachsenenbildung wechseln.

Oder sind Sie ein Neuling und überlegen, ob sie lieber junge Menschen oder Erwachsene unterrichten sollen.

Wie können Sie die richtige Entscheidung für sich treffen? Ich diesem Artikel lernen Sie die Vorzüge, aber auch die Herausforderungen als Lehrende für Erwachsene kennen.

Unterrichten von Erwachsenen: Für wen geeignet?

Sie werden es wahrscheinlich genießen, mit Erwachsenen zu arbeiten, wenn Sie:

  • Wert auf selbstständiges Lernen legen.
  • Lebenserfahrungen schätzen.
  • Unterricht in Form einer Vorlesung schätzen.
  • durch Diskussionen und Debatten unterrichten möchten.
  • strukturierten Unterricht bevorzugen.
  • Einzel- oder Kleingruppenunterricht geben möchten.

Finden Sie sich in dieser Beschreibung wieder? Dann werden Sie die folgenden Argumente sicher schlüssig finden:

Die Vorzüge für Lehrer

Beginnen wir mit den Pro-Argumenten:

Weniger Fokus auf Disziplin

Die meisten Erwachsenen, die Unterricht nehmen, tun dies, weil sie es wollen. Oftmals hat das, was sie lernen, einen direkten Einfluss auf ihr Bankkonto oder auf ihr allgemeines Wohlbefinden.

Erwachsenen Lernenden muss nicht gesagt werden, dass sie still sitzen sollen, oder sie müssen nicht gefragt werden, warum sie bestimmte Aufgaben nicht erledigt haben.

Größere Vorkenntnisse

Normalerweise haben erwachsene Lernende ein gewisses Maß an Vorbildung, auch wenn Sie keine professionelle Ausbildung im jeweiligen Lernbereich hatten.

Manche mögen Bereich über viel Vorwissen verfügen und wollen sich noch verbessern.

Lernende, die schon ein gutes Verständnis des Lernthemas haben, werden in der Lage sein, sich an mehr Diskussionen oder fortgeschrittenen Aktivitäten zu beteiligen, mehr Fragen zu stellen und eigene Ideen zu entwickeln.

All diese Dinge tragen zu einem spannenden und abwechselungsreichen Unterricht bei.

Die Teilnehmenden wollen lernen

Viele Kinder gehen in die Schule oder nehmen Zusatzunterricht, weil ihnen gesagt wird, dass sie es sollten, oder weil es gesetzlich vorgeschrieben ist.

Erwachsene Lernende nehmen meist deshalb Unterricht, weil sie es wollen. Sie erkennen, dass Ihnen der Unterricht etwas bringt und gehen deshalb freiwillig hin.

Kleinere Klassen

Die Erwachsenenklassen sind in der Regel kleiner als die Kinderklassen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Erwachsenenklasse aus Einzelunterricht oder Gruppenunterricht mit 4 bis 6 Schülern besteht.

Sie können den Schülerinnen und Schülern mehr persönliche Aufmerksamkeit schenken, wenn die Klassen kleiner sind, und mehr ins Detail gehen, um Themen zu behandeln, die sie interessieren.

Sie können Ihr berufliches Netzwerk vergrößern

Man weiß nie, wen man treffen könnte. Sie könnten sehr gut jemanden treffen, der Ihnen hilft, Ihr Leben zum Besseren zu verändern und umgekehrt. Es gibt mehr Möglichkeiten, sich zu vernetzen, wenn Sie mit Erwachsenen arbeiten.

Auch wenn die Erwachsenen, die Sie unterrichten, Ihren Unterricht schätzen, empfehlen Sie sie sicher weiter.

Nachteile des Unterrichts mit Erwachsenen

Nun, da wir die Liste der Vorteile durchgegangen sind, gibt es leider einige Nachteile beim Unterrichten von Erwachsenen.

Vielleicht sind Sie sich dieser Dinge gar nicht bewusst und werden in ihrer ersten Unterrichtsstunde davon überrascht. Deshalb sagt Ihnen die folgende Liste, worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich für einen Job in der Erwachsenenbildung entscheiden.

Sie haben höhere Erwartungen

Viele erwachsene Lernende wissen genau, was sie lernen wollen und erwarten, dass der Lehrer etwas leistet.

Manchmal können ihre Erwartungen unrealistisch sein – wie zum Beispiel die Erwartung, dass ein Lehrer zu ungünstigen Zeiten zusätzliche Einzelstunden ohne Bezahlung leistet. Oder die Lernenden denken, dass sie nach ein paar Wochen Unterricht schon fließend eine neue Sprache sprechen oder eine andere Fähigkeit beherrschen.

Es ist zwar nichts Falsches daran, für sein Geld etwas bekommen zu wollen, aber es ist wichtig, erwachsenen Lernenden zu sagen, was sie erwarten können, und ihnen einen genauen Zeitplan zu geben, wie lange es dauern wird, bis sie Fortschritte sehen.

Der Grammatikunterricht für eine neue Sprache etwa kann herausfordernd sein, wenn Sie komplizierte Regeln erklären müssen und Schüler genau nachfragen.

Ebenso können erwachsene Lernende einer Lektion oder einem Vortrag kritischer gegenüberstehen. In anderen Kulturen beschweren sich erwachsene Schüler oft nicht direkt über einen Aspekt einer Lektion oder eines Lehrers, sondern erzählen einem anderen Mitarbeiter oder dem Vorgesetzten des Lehrers von der Kritik. Diese Nachricht geht in der Regel an den betreffenden Lehrer zurück und kann unangenehm sein.

Sprachen zu lernen wird schwieriger, je älter man ist

Mit zunehmendem Alter entwickeln die Menschen mehr Stärken und neue Schwächen. Es wird allgemein angenommen, dass, je jünger ein Mensch ist, desto mehr ist er in der Lage, sich einer neuen Sprache angemessen anzupassen. Die Fähigkeit, eine neue Sprache mit Leichtigkeit zu erlernen, nimmt tendenziell im Alter von etwa zehn Jahren ab.

Erwachsene Lernende können spezielle Herausforderungen und Bedürfnisse haben, die sich von denen junger Lernender unterscheiden können. Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein, um zu wissen, wie man mit diesen Situationen umgeht.

Sie sind ängstlicher

Erwachsene Lernende verfolgen beim Lernen in der Regel praktische Ziele. Sie wollen die Dinge lernen, die sie im Leben brauchen. Deswegen nehmen sie ihre Bildungsaktivitäten sehr ernst.

Erwachsene haben deshalb oft Angst, einen Fehler zu machen und zu versagen. Kinder sind oft freiheraus und machen sich wenig Gedanken um ihr Umfeld. Erwachsene dagegen machen sich viele Gedanken über sich selbst und die Menschen um sie herum und sorgen sich darum, wie andere sie wahrnehmen. Deshalb müssen sie möglicherweise dazu überredet werden, ihre Gedanken oder Meinungen frei zu äußern.

Sie sind oft müde

Erwachsene Lernende sind oft verheiratet oder in Beziehungen, an der Universität, jonglieren mit einem Vollzeit- oder Teilzeitjob oder müssen sich anderweitig um viele Dinge in ihrem täglichen Leben kümmern.

Während Kinder täglich viel Energie zu haben scheinen, sind Erwachsene eher zurückhaltender und können im Klassenzimmer sogar etwas müde wirken.

Es ist wichtig zu verstehen, dass sie andere Verpflichtungen haben können und dass sie zwar gerne lernen, sich aber immer noch von einem harten Tag oder einer harten Woche erholen können, und deshalb kann es unter erwachsenen Lernenden zu Inkonsistenzen in Bezug auf ihre Teilnahme an Diskussionen und Aufgaben kommen.

Soll ich Erwachsenen unterrichten?

Jetzt, da Sie wissen, was es bedeutet, Unterricht für Erwachsene zu geben, haben Sie eine wichtige Frage, die Sie sich stellen müssen: Soll ich es versuchen?

Egal, wie Sie sich entscheiden: mit einem klaren Kopf an die Sache zu gehen und eine Vorstellung davon zu haben, was einen guten Lehrer, gute Lehrmethoden und die Vor- und Nachteile ausmacht, kann Ihnen nur helfen.

Universitäten, Privatunternehmen, Online-Kursanbieter und Einzelpersonen sind bereit, hohe Honorare für Lehrer mit den nötigen Qualifikationen und Referenzen zu bezahlen. Also achten Sie darauf, nach diesen Institutionen zu suchen, wenn Sie sich für einen Job bewerben.

Wofür auch immer Sie sich entscheiden, oder wenn Sie doch lieber Jugendliche oder Kinder unterrichten möchten: Der perfekte Job ist da draußen und wartet nur darauf, dass Sie ihn bekommen.

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